Die Lösung, die keine ist

Jetzt wird also endlich reagiert auf den Fachkräftemangel und die Anstrengungen der Unternehmen zeigen Wirkung. Die neue Regierung ist pro-wirtschaftlich eingestellt und erweitert die Mangelberufsliste. Damit können Unternehmen endlich arbeitswillige Mitarbeiter aus dem Ausland holen und müssen sich nicht mehr mit den arbeitsunwilligen inländischen Jugendlichen herumschlagen oder sie gar ausbilden. Es ist ja wirklich viel einfacher, und auch billiger, Arbeitskräfte aus dem Ausland zu holen die ohne Familienbindung und Integration auch gar nichts anderes im Sinn haben können als zu arbeiten. Keine störenden Fragen nach work-life-Balance, Freizeitgesellschaft & Co. Den selben Elan wie bei Lobbying für die Erweiterung von Mangelberufslisten und der Verbreitung des Mythos Fachkräftemangel (ach ja, dazu gibt es sogar ein Buch, gilt aber eh nur für Deutschland) in die Anpassung von Ausbildung und Werbung zu stecken, wäre  viel weniger mainstream. Weil wenn alle sagen, dass mit den Jugendlichen von heute etwas nicht stimmt, dann kann es ja nur richtig sein. Brave Konsumenten werden die Mangelbeheber schon werden, zumindest im Ausland.